Türkei-Urlaub im Juni 2004

15. Tag Mittwoch, 30. Juni
      
Heute ist der Tag der Abreise - um diesen genauso ruhig angehen können, stehen wir zeitig auf, duschen und packen die letzten Utensilien in den Koffer. Das Taschenmesser darf nicht in der Fototasche bleiben, dafür möchte ich die Filme bei mir haben. Ob die Strahlen wirklich für die Filme wirklich schädlich sind? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

Wir gehen zum Frühstück. Die fleissigen "Geister" sind am wuseln und richten das Buffet. Petra und ich sitzen ein letztes Mal (zumindest für dieses Jahr, so sind wir uns einig) auf der Terrasse und geniessen ein ausgiebiges Frühstück.

Um 11:00 Uhr soll der Rückflug starten, eine Stunde vorher einchecken und eine Stunde Fahrt. Schon einige Minuten vor 9:00 Uhr stehen wir reisefertig an der Rezeption. Der Chef des Hauses sitz noch am Frühstück und mach keine Anstalten, dies zu beenden. Das Auto (der schöne neue Van!) wird vorgefahren und Hüseyin hilft, das Gepäck einzuladen. Wir verabschieden uns ebenfalls sehr herzlich. Fatma, die mit anderen Gästen beschäftigt ist, winken wir freundlich zu, da wir das Gespräch nicht unterbrechen möchten. Spater, als wir schon im Auto sitzen (und auf den noch immer frühstückenden Müdür warten) kommt Fatma noch extra zu uns auf die Strasse sagt "Güle güle" und meint, wenn wir im Mai kommen würden wir uns im nächsten Jahr wiedersehen - im Herbst sei sie leider nicht mehr da.

Der Chef kommt - ich hab schon mindestens zwanzig Mal auf die Uhr gespäht. Mit ihm sein Kapitän, den er bei Erdemli, an kurz vor der Autobahn-Auffahrt aussteigen lässt. 

Endlich erreichen wir Adana - und stehen im Stau! Als wir dann doch noch irgendwann am Flughafen ankommen, haben wir nur noch ca. 40 Minuten zum Abflug! Die Schlange vorm Schalter hält uns weitere 15 Minuten auf und so werden wir am Ausgang von einem aufgeregten Angestellten gefragt: "Stuttgart?" - Wir nicken eifrig: "Evet!" Es gebärdet, wir sollen uns beeilen! Schweißgebadet laufen wir zum Flugzeug. Dort stellen wir erfreut fest, dass es eine Maschine von HapagLloyd ist - mit gigantisch viel Kniefreiheit! Und eine Sitzreihe für uns alleine! 

Die Eile hätten wir uns sparen können. Es herrscht etwas Konfusion. Einige Gäste werden wegen der Gewichtsverteilung umgesetzt, dann kommt der Aufruf, wir sollten vorne beginnend durchzählen. Mir fallen Nachrichten-Meldungen ein, die in etwa so lauten "Wieviele Passagiere an Bord waren, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest!"

In der Reihe neben uns hat eine türkische Familie (Vater, Mutter und Tochter) Platz genommen. Der Mann rutscht unruhig auf seinem Sitz hin und her und klammert sich an der Armlehne fest. In recht gutem Deutsch fragt er mich, ob das Fliegen sehr holperig wäre. Meine Beruhigung glaubt er mir nicht, bis ich ihm sage, dass er doch während des Fluges zu Trinken bekäme - wie soll dies auf dem Tischchen stehen, wenn das Flugzeug zu sehr schaukelt? Das leuchtet ein. Während des Fluges erzählt er, daß er beruflich Häuser baut und mit Wohnungen makelt. Sie würden Freunde in Deutschland besuchen. Früher seien sie schon öfters in Deutschland gewesen - mit dem Auto! Seine Frau und die Tochter hätten ihn nun aber überredet, zu fliegen.

Fast den ganzen Rückflug haben wir eine gute Sicht auf die Erde. Was m ich besonders fasziniert: Ich erkenne Schorndorf und die "Nester", die bis zum Flughafen in Stuttgart-Echterdingen kommen! 

Der Rest ist wieder eher Routine, mit der ich die Leserinnen und Leser, die bis hierhin durchgehalten haben (sehr beachtlich!) nicht langweilen möchte.

    

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