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... um 2:30 aufstehen. Petra war schon wach.
Als bewährtes Team läuft so eine Aktion problemlos.
Petra unter die Dusche während ich das Frühstück richte. usw.
Schon fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit steht
Ehrhard um 3:25 an der Haustür. Noch den Müllbeutel runter und von meiner
Mutter verabschieden (sie hat sich auch den Wecker gestellt) und um halb
Vier geht's dann los. Zum Glück ist um diese Zeit noch nicht so viel los, sodass
wir und eine gute halbe Stunde schon am Terminal 4 aussteigen, das Gepäck
ausladen und uns verabschieden.
Gepäckkontrolle, einchecken und Koffer aufgeben
- und dann feststellen, dass Petras Taschenmesser noch in der
Fototasche ist. Wir schenken es einem kleinen Jungen. 2002 musste ich meins
der Vernichtung übergeben. Zuvor hatte es nie Beanstandungen gegeben - erst
seit die doofen Amis ihre Flugzeuge mit Teppichmessern entführen lassen ...
Die nun folgende Warterei ist es nicht wert, hier
ausführlich beschrieben zu werden. Dass die Fluggesellschaft
"Bluebird" ihre Sitze auf minimalste Kniefreiheit eingestellt hat,
muss ich doch kurz erwähnen - endlich um ca. 6:15 setzt sich dann das
Flugzeug in Bewegung.
Von Stuttgart bis zum Marmarameer ist eine
geschlossene Wolkendecke. Erst die türkische Küste ist dann deutlich zu
erkennen. Irgendwann ein großer Salzsee (bei Aksary?) und dann die typische
Landschaft Kappadokiens. Dann Berge und schließlich eine ebene Landschaft,
die Cukurova, mit Feldern. Pünktlich um 11:30 (Ortszeit) landen wir auf dem
kleinen Flughafen von Adana. Es ist heiß und die Sonne begrüßt uns aus
wolkenlosem Himmel.
Nach den üblichen Formalitäten und dem Abholen des
Gepäcks (das erstaunlich schnell verfügbar ist!) gehen wir Richtung
Ausgang. Dort stehen einige Leute, die meist auf gelandete Angehörige
warten. Wir sollen nach Hans Ausschau halten, der mit einem Schild auf uns
warten würde. Als der einzigste wartende Deutsche hätten wir es auch ohne
Tafel leicht gehabt.
Wir sind die einzigen Gäste, die er abholt, also kann
es gleich losgehen - mit einem älteren, etwas schäbigen (aber klimatisierten) Hyundai-Van.
Auf dem Autobahnzubringer zeigt uns Hans ein Einkaufszentrum bestehend aus
Praktiker-Markt, Real, Cinemaxx-Kino und Burger-King.
Der Automat an der Autobahn-Auffahrt ist wohl kaputt,
deshalb hängt ein Block mit kleinen Zetteln an der Schranke, von
denen Hans einen abreißt. Ja, wir sind in der Türkei - im Land des
Improvisierens. Die Autobahn ist vierspurig ausgebaut (vier pro Fahrtrichtung!),
aber fast leer. Ob die Gebühr so teuer sei? Hans meint, ca. ein Euro!
150km (das Hausprospekt des Peyda-Hotels sagt: 120)
sind es bis bis Kizkalesi. Wir sind etwas über 90 Minuten unterwegs. Hans
erklärt und erzählt unterwegs - ich bin aber irgendwie müde und
erschlagen, deshalb muss ich mich sehr anstrengen, um nicht unhöflich zu
wirken.
Kizkalesi! Man sieht schon die Seeburg! Hans fährt in
den Ort, wendet biegt rechts ab, dann links und wieder rechts - Hotel Peyda
- wir sind da! Die Chefin des Hauses kommt auf die Strasse, begrüßt uns und stellt sich
als Zenep vor. Sie führt uns ins Haus, wo ich mich schon im ersten
Moment wohlgefühlt habe - das passiert selten!
Ohne Formalitäten geht's rauf in den 3. Stock. Trotz
der Müdigkeit benutzen wir die Treppen! Wir haben übrigens während der
ganzen zwei Wochen nur einmal den Fahrstuhl benutzt - weil die Treppen
gerade geputzt wurden. Sportlich, nicht wahr!?
Wir dürfen uns ein Zimmer aussuchen. 306 nehmen wir.
Ein nettes kleines (aber ausreichendes) Zimmer mit Blick auf Meer und
Mädchenburg und gut bestückten Kühlschrank (Preise sind ok!), der auch
noch unsere Vorräte aufnehmen wird. Dusche/WC ist auch ok und sauber - hier gefällt es uns!
Was heißt 306 auf türkisch? Das muss ich mir schnell
einprägen, da ich mir vorgenommen habe, künftig auf türkisch um den
Schlüssel zu bitten. Das war in Bodrum so nett, wo sich die junge Dame an
der Rezeption immer solange dumm gestellt hat, bis ich die 503 in
Landessprache gesagt habe.
Aber erst erfrischen und dann zwei Stunden schlafen!!!
Petra möchte eine Tasse Kaffee, wir gehen runter um
uns auf der Terrasse zu stärken - ich bin noch zu verschlafen, um
für mich einen Cay zu bestellen. Also trinke ich auch einen Kaffee - mit
Milch. Wir genießen den Blick aufs Meer und den Kaffee. Wir möchten
bezahlen. Nein, das sein ein Geschenk des Hauses.
Es wird Zeit, die nähere Umgebung zu
erkunden. Wir spazieren (schon mit Videokamera und Foto bewaffnet) dem
Strandweg , der zwischen Strand und Ort verläuft,
in östlicher Richtung entlang.
Schön grüner Rasen mit allerlei Palmen und blühenden Sträuchern. Ein
paar Stufen rauf, dort auf dem felsigen Teil der Küste ein kleiner Park
mit
Wegen, Pflanzen und Bänken. Der Blick zur schön von der Nachmittagssonne
angeleuchteten Landburg, dann stehen wir auf der Küstenstrasse, die
gleichzeitig die Hauptstraße des Ortes ist. Die Fahrtrichtungen sind durch
einen mit Oleander bepflanzten Mittelstreifen getrennt. Der Asphalt
reflektiert die Sonnenstrahlen - wir suchen einen schattigen, kleinen Imbiss
auf und bestellen eine Kleinigkeit und was Kühles zu trinken. Der Inhaber
fragt sogleich, ob wir aus Deutschland kommen und als wir das bestätigen,
möchte er genauer wissen woher. Stuttgart, das kenne er! Er hat schon in
Kornwestheim gewohnt.
Durch ein paar kleine Gassen zurück in
Richtung Hotel. Unterwegs in einem "Süper Market" (maximal 10m²)
ein paar Getränke für die Nacht und den kommenden Tag gekauft. Hüseyin
von der Rezeption spricht sehr gut Englisch, genauso wie seine Kollegin (und
gleichzeitig Freundin) Fatma. Im Zimmer die Koffer auspacken, die Klamotten
in die geräumigen Fächer des Schrankes einräumen und die Foto-Tasche
bestücken. Das heißt, Teile die die Reise über im Koffer verstaut waren
gegen den Film-Vorrat zu tauschen und die Trinkflasche gegen das 80-200er
Objektiv. Zwei Wochen werden wir hier bleiben - es wird ganz sicher eine
schöne Zeit! Kurz zuhause anrufen, dass wir gut angekommen sind.
Irgendwann ist es 19:30 Uhr. Frisch geduscht begeben
wir uns zum Abendessen. Der Türknopf ist nicht ganz so fest, er bleibt in
meiner Hand. An der Rezeption wird schnelle Hilfe versprochen - und
gehalten.
Grundsätzlich bekommt jeder Tisch frisch gebackenes
Fladenbrot (Pide) mit Kräuterbutter und wahlweise mit Knoblauch.. Suppe, Salat und Vorspeisen
gibt's am Buffet, das
Hauptgericht wahlweise von Karte oder das Tagesgericht ebenfalls vom Buffet.
Dazu ein gutes, kühles Efes. Die Ober im Lokal sind allesamt eine Wucht.
Jeder stellt sich mit Händedruck vor. Turabi, Zafer und Alex - es
wird aber ein paar Tage dauern, bis ich die Namen behalten und dem jeweils
richtigen Gesicht zuordnen kann. Dann wird noch Mehmet vorgestellt, der
zufällig vorbeikommt. Er ist zuständig für die Strandliegen und -matten,
die Hotelgäste kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.
Es ist inzwischen 21:00 Uhr und es ist dunkel
geworden. Wir laufen dem Strandweg in westlicher Richtung entlang und
entdecken das Hotel Admiral, das während der Rundreise 2001 unsere Bleibe
für eine Nacht war.
Vom Balkon ein Blick auf die Mädchenburg und
das Treiben unten im Restaurant, da schaut zufällig Hans, der mit seiner
Frau an einem Tisch sitzt rauf. Er spricht kurz mit der Gemahlin, die dann
ebenfalls den Blick hebt und ruft, ob ich nicht kurz kommen kann - wegen des
Autos. Wir vereinbaren, dass wir das Auto für sieben Tage nehmen - von
Freitag bis Dienstag und dann wieder Samstag und Sonntag.
Wir schlafen tief und fest - und kühl (dank
der Klimaanlage, die wir auf 24 Grad eingestellt haben) bis zum nächsten
Morgen.
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