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Türkei-Rundreise im Mai 2001 | ||
| 3. Tag | 7. Mai 2001 | ||
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Wie "angedroht", klingelt uns das Telefon um 4:30 Uhr aus den Träumen. Nach dem Frühstück erklärt mir den Ober warum hier so viele Leute deutsch sprechen und auch im Ort einige deutsche Schilder zu finden sind: Es gibt schon einige Touristen, die dieses schöne Fleckchen für sich entdeckt haben. Die nach Adana (aha!) fliegen und per kurzem Bustransfer hierher gebracht werden – also nicht viele Stunden lang von Antalya aus anreisen. Kizkalesi - ein Ort den man sich merken sollte! Besonders als Ausgangpunkt für einen (mehrtägigen) Ausflug nach Kappadokien. Die Sonne geht auf – ein wundenschöner Tag beginnt. Wir nutzen die Zeit und gehen noch ein Stück am Strand spazieren. Pünktlich um 6:00 Uhr sitzen alle im Bus und los geht's. 6:50 Uhr kurz Tankpause in MERSIN, einer großen Hafenstadt, in derer Peripherie jede Menge Betonskelette hochgezogen werden. Die Reiseleiterin deutet die Blicke wohl richtig und erklärt, in der Türkei müssen Häuser so geplant werden, dass sie Erdbeben bis zur Stänke 9 standhalten. Oft aber wird wegen Geiz oder Diebstahl von Baumaterial dies nicht eingehalten. Dieser Pfusch ist der Grund für die vielen Toten und großen Schäden bei den leider recht vielen Erdbeben dieser Region – bzw. in der ganzen Türkei! Wir fahren durch die fruchtbare Ebene von Adana. Hier sehen wir große Anbauflächen mit Korn und Baumwolle. Nüket erklärt, bisher sei die Kornkammer der Türkei noch in der Gegenden um Konya. Aber wenn die Bewässerungsprojekte im Zuge des Ararat-Staudamms erfolgreich sind, wird sicher der Süd-Osten bald diesen Titel für sich beanspruchen. Während wir auch einige Olivenheime durchfahren erfahren wir
dass Thales von Milet im Jahr 586 v. Chr. als erster Mensch eine
Sonnenfinsternis berechnet hat. Was diese mit Oliven zu tun hat, ist eine
andere Geschichte, die ich später mal hier „verlinke“. Es ist 9:30 Uhr – die Berge, die wir zwischen zeitlich überquert haben, waren in dichte Wolken gehüllt. Nun erreichen wir Iskendurum. Eine wichtige Hafenstadt mit Ölraffinerien. Über dem Meer ist blauer Himmel – wir machen noch mal eine kurze Tankpause. Dass ich im Tankstellen-Laden eine deutsche Ausgabe der „National Geographic“ kaufen kann, hätte ich nicht erwartet. Nüket ist freudig überrascht, als ich ihr das Heft zeige, denn die Titelgeschichte berichtet von den neuesten Forschungen zum Thema "Entstehung des Schwarzen Meeres in Verbindung mit der Sintflut". Wieder im Bus verlassen wir die Stadt in südlicher Richtung – wieder bergauf. Musik vom Zülfü Livaneli hat Nüket für
diese Fahrt ausgesucht. Eine Stunde später ist unser Ziel erreicht:
Hatay (Antakya). Diese
Stadt war mit und 750.000 Einwohnen eine den größten Städte der Antike. Im
Jahr 148 v Chr. kamen ca. 250.000
Menschen bei einem Erdbeben ums Leben. Wir durchfahren eine moderne größere Stadt und sehen einen Wegweiser „Aleppo“!
Mitreisende die bereits in Syrien waren, werden beim Abendessen vom
Basar von Aleppo schwärmen. Einige Aufregung verursachten mehrere Polizei– und ein
Feuerwehrfahrzeug(e), die sich lautstark ihren Weg bahnen. Das Feuerwehfahrzeug,
ein altes Magirus-Deutz-Modell, das in Deutschland wohl einen Ehrenplatz im
Feuerwehmuseum finden würde, zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Kurz sehe ich
dann eine Aufschrift, die bekannt gibt , dass es sich um eine Spende der
Partnerstadt Aalen handelt. Noch der Rückkehr werden wir zuhause ein Foto in
der Zeitung vorfinden , das genau dieses Fahrzeug von hinten zeigt: Bei dem
Einsatz während des Hochwasser, bei dem zwei Tage noch unserem Besuch vier
Menschen ertrinken werden ... Wir fahren in einen Kreisverkehr und steigen beim Museum aus. Die Reiseleiterin geht zum Eingang und verhandelt. Sicher ist der Boden noch nicht trocken! Da es Montag ist, hat auch diese Museum Ruhetag! Eigentlich! Da es aber in den Türkei nichts gibt, was nicht geht, gibt es mit Öger–Tours eine Vereinbarung. Gruppen dürfen auch am Montag die Hallen betreten - wenn halt dann der Boden trocken ist. Nun, der Boden ist scheinbar noch nicht soweit, deshalb wird
das Programm geändert. Wir fahren erst zur Petrus–Grotte, wo ein
Museumsbeamter schon auf uns wartet. ... Wir verlassen die Grotte machen noch Fotos über die Stadt und laufen dem Fußweg zu der Stelle wo der Bus auf uns wartet keine Sekunde zu früh, denn schon schüttet es wie aus Kübeln. Wir bringen den Beamten zum Museum und fahren weiter zum Stadtrand. Hier wurden in den römischen Villen im Lorbeerhain, der früher Daphne genannten Gegend, Mosaike ausgegraben. Diese werden wir nach den Mittagpause bewundern - wenn der Boden trocken ist ;-)) Gegenüber des Lokals, am Hang des Grenzgebirges zu Syrien, sehen wir viele Quellen, deren Wasser über kleine Wasserfälle ins Tal rauscht. Das Mittagessen dauert bis 13:00 Uhr. Wir werden mit verschiedenen türkischen Vorspeisen, Hauptgerichten nach Wahl und einem Dessert-Buffet verwöhnt. Mit dem Bus wieder in die Stadt und zum dritten mal zum Mosaik-Museum. Die frischgeputzten Mosaiken leuchten in allen Farben vom Boden und von den Wänden. Von ganz feinen Strukturen (bis zu 20 Steine pro cm.²) bis zu etwas klobig wirkenden Abbildungen. Ein Raum reiht sich hier an den anderen und im Außenbereich geht es weiter. Ich bin mir nicht mehr so sicher, dass die Behauptung von Nüket, es sei die größte Sammlung von Mosaiken der Welt, etwas übertrieben war! Einfach fantastisch - leider ist die Zeit begrenzt, da heute noch ein gutes Stück zu fahren sein wird - schließlich werden wir am Abend in Urfa erwartet. Das heißt, neben vielen Pausen und den Besichtigungen in Antakya werden wir heute Abend rund 650 km zurückgelegt haben! Während wir wieder im Bus sitzend nach Norden fahren, liest Nüket eine Geschichte vor: “Gelbe Hitze“ von Yasar Kemal! Ich kenne sie schon, habe ich doch vor einem Jahr zum Geburtstag ein Buch diese Autors bekommen – und war so begeistert, dass ich im Anschluss noch weitere Geschichten von ihm gelesen habe. Bei dem Verkehr ......................... Wir fahren entlang des Grenzgebietes zu Syrien in Richtung Gaziantep. Ich denke, es ist der Reiseleiterin als Pluspunkt anzurechnen, dass sie nicht nur die Besichtigungen kommentiert, sondern auch die langen Fahrstrecken nutzt, von Land und Leuten, Künstlern wie dem „Fischer von Halikarnassos“ und anderen bereits erwähnten erzählt. Leider sehen es andere Reisegräte nicht so gerne – die waren wohl besser auf einen Kaffeefahrt entlorg Mosel auf gehoben! Nüket erzählt also vom „Fischer von Halikarnassos“ und meint, als die neue 6 spurige Autobahn in den Osten des Landes sich aus den Bergen schlängelt: „Anatolien hat der Welt das Geld gegeben - Stuttgart das Auto“. Kurz vor der Autobahn machen wir noch eine Cay-Pause und bemerken , dass wir aus der Ebene in bergiges Gebiet kommen. Wir hören das “Urfa-Lied“ und fahren durch Pistazienanbaugebiete. Die Sonne scheint auf die fast rote Erde. Gegen 17.00 Uhr fahren wir am Schild “Nizip“ vorbei. Die Felsen sind hier fast weiß. Bevor wir den Euphrat überqueren und somit Mesopotamien erreichen, hält der Bus an um uns die Gelegenheit zu gehen, zu Fuß über die Euphrat-Brücke zu laufen und diese Moment gebührend zu würdigen – und zu fotografieren! Mit „würdigen“ ist nicht viel, da über die schmale Brücke ständig schwere Lastwagen donnern. Aber den Anblick lädt die Fotografen/Videofilmer ein. Die hier beheimatete Waldrappen sehen wir leider nicht, obwohl sie von Februar bis August in dieser Gegend sind - sonst in Marokko. 19:00 Uhr Die Sonne scheint, die Autobahn haben wir längst verlassen und haben jetzt auf schlechten Landstrasse noch 35 km bis Urfa
vor uns! Der Weg zum Hotel führt durch eine schmale Gasse durch die den Bus kaum passt. Es ist eine großartige Leistung des Fahrers, nach einer so langen Fahrt dieses große Gefährt noch zentimetergenau zum Hotel zu bugsieren. Wenn wir ausgeladen haben, muss er mangels Wendeplatz, rückwärts wieder raus! Das verdient einen besonderen Applaus!!! Das Hotel „Edessa“ - eine gute Adresse am Rande eines Parks, den wir noch erkunden werden. Wir bekommen ein schönes großes Zimmer mit ebensolchem Bad. Bis zum Abendessen, das um 20:30 Uhr stattfinden soll, bleibt noch Zeit für eine Dusche. Wir genießen das Zimmer, denn die nächste Nacht würde nicht so komfortabel – laut Vorwarnung von Nüket. Fast pünktlich erscheinen wir zum Abendessen. Eine Vielzahl von Ober-Ober und Unter-Ober wuseln von Gast zu Gast. Es geht recht nobel zu! Einer gießt den Wein zum Kosten ein und entfernt nach dem Abnicken schnell das inzwischen „gebrauchte“ Glas um dann den guten, süffigen Rotwein in ein anderes Glas einzuschenken. Ein weiterer Ober steht schon mit der Suppe bereit - ihm folgt ein dritter, der noch Parmessankäse anbietet und diesen auch in die Suppentasse streut. Irgendndwie faszinierend! Man denkt, der östlichste Punkt der Reise, also Urfa, ist ein staubiges Provinznest und kommt dann in eine grosse, freundliche und saubere Stadt! Das feine Hotel rundet den Eindruck hervorragend ab. Dies und das leckere und üppige Abendessen haben uns dann veranlasst, noch eine Runde in der Stadt zu laufen. Tja - am Hoteleingang wimmelt es von Filmleuten, die dort drehen möchten und deshalb den Eingangsbereich gesperrt haben. Vielleicht weil wir von den guten Eindrücken (siehe oben) sehr zufrieden aussahen oder einfach frisch geduscht waren, baten uns die Filmleute (selbstverständlich in guten Deutsch!) als Komparsen durch die Szene zu laufen. Petra und ich zusammen mit weiteren vier Hotelgästen wurde die Sache erklärt und wir sollten mit Gepäckstücken zum Hotel-Eingang laufen. Fünf Versuche waren notwendig, bis die Leute von Ton Licht und Kamera übereinstimmende zufrieden waren. Währende den Pausen haben wir erfahren, dass hier ein Teil einen Fernsehserie des TRT gedreht wird. Inzwischen ist es sehen 22:00 Uhr und wir können endlich in die Stadt. Besser gesagt in den großen, sehr schön angelegten Park unterhalb des Hotels. Der blaue Himmel ist mit seiner Verabschiedung schon fast fertig und der Mond gibt leider kein ausreichendes Licht für Fotos - aber wir werden ja morgen noch Zeit haben . Also genießen wir den schönen Abend und spazieren, wie übrigens viele Einheimische auch, durch die Anlagen . Irgendwann treten wir den Rückweg zum Hotel an und schlafen dort mit der Vorfreude auf den kommenden Tag schnell ein! |
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