Die grosse Türkei-Rundreise vom 21. April bis 19. Mai 1990 ... 
    
Vorwort  ... und die damit beginnende Begeisterung für dieses Land begann durch einen Zufall:

Am 2. Januar des Jahres 1990 war ich mal wieder auf der Stuttgarter Königstrasse unterwegs. Aus irgendwelchem Frust (warum, das habe ich inzwischen vergessen) ging ich kurzentschlossen ins nächstbeste Reisebüro und fragte nach einem Katalog von Rotel-Tours.

Nicht dass ich wusste, was auf mich zukommen würde oder bereits Erfahrungen mit dieser Art der Reise hatte – ich hatte Jahre vorher schon mal auf der CMT den Stand vorn Rotel gesehen. Die mitgenommenen Unterlagen haben mir irgendwie gefallen.

Mit dem Katalog verließ ich dann das Reisebüro Hetzel, das leider von der Konkurrenz in Zusammenarbeit mit einer Bank in den Ruin getrieben wurde.

Zuhause angekommen vertiefte ich mich in den Katalog. Eine Reise die die Kriterien „möglichst bald“, "möglichst weit weg", „möglichst lange“ und „möglichst preisgünstig“ sollte es werden. Und genau dies bot die Reise mit der nüchternen Nummer 57! Eine vierwöchige Fahrt mit dem Rollenden Hotel durch die ganze Türkei – bis an den Ararat. Wiederum einen Tag später meldete ich mich zu dieser Reise an! Später würde ich erfahren, dass es das pure Glück war, noch einen freien Platz zu ergattern! Im Normalfalle waren diese Reisen schon lange vorher ausgebucht. Dass meine erste Rotel-Reise gleich vier Wochen dauern sollte, ist, so hab ich inzwischen mehrfach gehört. Normalerweise buchen die Leute erst mal eine kürzere Fahrt aus – zum Beispiel eine Woche Italien. An den Abenden, wenn die Rotelianer zusammen sitzen und den Tag noch mal besprechen oder (was auch vorkommen kann) sich über andere Themen unterhalten, erfährt man viel über diese besondere Art des Urlaubs – oder würden Sie freiwillig jeden Morgen um 5:00 (oder noch früher) aufstehen, nachdem Sie die Nacht in einem Schließfach-ähnlichen Raum verbracht haben???

Bis dahin war die Türkei nicht in meinem Reise-Wortschatz gespeichert. Ich kaufte mir das erste Türkei-Buch – den APA-Guide. Eigentlich erstaunlich, was die Türkei zu bieten hat! Und Troia ist auch dort!? Von Ephesus hatte ich zwar noch nie gehört, aber die Fotos und der Begleittext ließen mich ahnen, dass diese Stätte ein Highlight darstellen würde. 

Das diese erste Reise in dieses Land kein Flop wurde, ahnen Sie sicher schon. Warum sonst sollte ich dies hier schreiben. Außerdem verraten die weiteren Links auf der vorhergehenden Seite, dass weitere Urlaube dorthin führten – und noch immer führen. 

Die Urlaubsvorbereitungen verliefen eher unspektakulär. Einen Koffer für vier Wochen und eine Reisetasche, in die die Klamotten für jeweils zwei/drei Tage gepackt würden, wurde empfohlen. Beides musste ich kaufen, da meine bisherigen Urlaube (und die waren schon Jahre her) per Inter-Rail erfolgten, ich also „nur2 einen großen Rucksack hatte.

Da ich viel fotografiere und irgendwie hoffte, viele schöne Motive zu entdecken, galten einige Gedanken der Foto-Ausrüstung:  

Ein Weitwinkel-Objektiv für den Foto-Apparat, eine „1000-Taschen-Weste“ (im wahrsten Sinne) in letzter Minute bei SüdWest bestellt und genügend Filme (pro Tag einer + 10% Reserve – also 33) wurde/n beschafft.

Zu erwähnen ist vielleicht noch folgendes:

Bei der Arbeit hatte ich recht guten (aber nicht zu engen) Kontakt zu allen möglichen Leuten. Irgendwann während einer Kaffeepause, beklagte eine Kollegin, sie wolle mal Urlaub machen und wisse aber nicht wohin. Ich habe ihr von meinen Plänen erzählt und gesagt, sie könne sich ja mal erkundigen, ob es im Bus in die Türkei noch Platz hätte. Tatsächlich hatte auch sie Glück – es war das Pech eines/r anderen Angemeldeten der/die erkrankte und absagen musste (auch dies erfuhr ich später). Eine große Rolle in meinem Urlaubsbericht wird diese Kollegin nicht spielen, da sie ja nur eine Mitreisende, wie viele andere auch, war. 

Da ich inzwischen nicht mehr dort arbeite daher keinen Kontakt mehr zu ihr habe, kann ich nicht fragen, ob sie einverstanden ist, ihren Namen hier zu lesen, deshalb werde ich sie  auf den folgenden Seiten "Anna-Maria" nennen.

Die Abfahrt sollte am Morgen des 21. April 1990 in München sein. Nachts von Stuttgart nach München ist kein Problem – ein Nachtzug zur günstigen Zeit. Nicht ganz so einfach dagegen war die Verbindung NACH Stuttgart. Vom Lande in die Großstadt in der Nacht! Mit der letzten S-Bahn fahren und mit „vollem Gepäck“ Stunden am Bahnhof ´rumsitzen - hatte ich mir den Beginn des Urlaubs nicht vorgestellt.

Meine Tante war so nett und hat angeboten, uns nachts nach Stuttgart zu fahren.

So, nun beginnt der eigentliche Reisebericht und ich werde ab hier auf „Gegenwart“ umstellen!

     

Übersicht

erster Tag